Sonntag, 21. Dezember 2014

Rezension: Kenwood Chef Sense KVC5010T

Wie ich bereits in einem vorangehenden Post geschrieben habe, durfte ich eine Kenwood Küchenmaschine testen - die neue Chef Sense, die es auch in XL Variante gibt. Heute gibt es einen ausführlichen Bericht dazu.
























Mitte November schleppte mir mein Freund ein sehnsüchtig erwartetes Paket in die Wohung - wer die Kenwood Küchenmaschinen kennt, weiß, dass das schon einige Kilo an Gewicht sind.
Ich machte mich sofort ans Auspacken und stellte die Chef Sense an dem dafür vorgesehenen Platz.

Hier eine kurze Auflistung der genauen Daten:

  • 1.100 Watt Leistung - bei der XL sind es 1.200 Watt
  • 4,6 l Edelstahl-Rührschüssel mit Messskala und Griffen (6,7 l bei der XL)
  • planetarisches Rührsystem (Das ist hier ganz gut erklärt.)
  • Teighaken, "K"-Haken und Schneebesen aus Metall
  • stufenlose Geschwindigkeitsregelung 
  • Impulsstufe (nur durch Draufhalten aktiv)
  • Funktionschalter für sanftes Unterheben
  • Spritzschutz mit Klappe zum Zufügen von Zutaten während des Rührens
  • Energiesparmodus
  • automatisches Abschalten bei Hochklappen des Rührarms
  • Überhitzungsschutz
  • Kabelstaufach
  • Adapter für Niedertourenanschluss (Konnte ich mangels Zubehör leider nicht ausprobieren.)
  • Glasmixer-Aufsatz mit Spatel-Stößel


Sowohl Gehäuse als auch Getriebe sind aus Metall, wodurch die Chef Sense auf fast 9 kg Gewicht kommt. Auch die Haken und der Schneebesen sind aus Metall, nur der Schutz beim Knethaken oben ist aus Plastik. Das einzige Teil, das etwas filigraner wirkt, ist der Spritzschutz, der aus Kunststoff ist, aber auch dieser scheint recht stabil zu sein.
Der Mixer-Aufsatz ist aus thermoresistentem Glas und kann deshalb sowohl mit kalten (max. 1,6 l) als auch mit heißen Zutaten (max. 1,2 l) befüllt werden.


So nun, zu meinen Erfahrungen im Einsatz der Chef Sense


Um die Chef Sense gleich mal ordentlich auf die Probe zu stellen, habe ich ihr MyEy Eiweiß mit Wasser anrühren lassen. Das ging aber auch bei einer größeren Menge nicht gut, leider kommt auch das planetarische Rührsystem nicht gut an die Schüsselränder.
Also habe ich das Eyweiß mit dem Handmixer vorgerührt und dann die Kenwood weiter kräftig schaumig schlagen lassen - das war dann perfekt. Veganer Eyschnee muss recht lange geschlagen werden, damit er auch wirklich schön fest ist und dank des Spritzschutzes mit Klappe ist das Zuführen von Zucker während des Rührens ohne Sauerei problemlos möglich.
























Beim ersten Einsatz war ich also gleich mal etwas enttäuscht, werden die Kenwood-Küchenmaschinen doch auch gerne damit beworben schon ein Ei schaumig schlagen zu können. Aber veganer Eyschnee ist halt doch was anderes...
Immerhin hat dann bei der Eyschneemasse für die veganen Macaron das Unterheben der gemahlenen Mandeln sehr gut funktioniert. Auch wenn ich wieder von Hand vorschlagen musste.

Als ich dann aber das erste Mal Germteig mit der Chef Sense gemacht habe, war ich einfach nur mehr begeistert. Wo meine alte Bosch sich geplagt hat und der Teig besser von Hand durchgeknetet werden sollte, zeigt die Kenwood ihre Stärken.
Ich habe einfach alle Zutaten für eine Trockengerm-Mischung zusammen in die Schüssel gegeben - die feuchten Zutaten aber erst nach Verrühren der trockenen - und die Chef Sense auf niedriger Stufe kneten lassen.
























Nach zwei bis drei Minuten hatte ich einen wunderbar homogenen Germteig ohne Mehlrückstände an der Schüsselwand. Da ich viel mit Dinkelmehl arbeite und das ja nicht zu lange geknetet werden soll, finde ich das einfach genial!

Mürbteig habe ich mit dem "K"-Haken und dem Knethaken probiert und war mit dem Ergebnis des "K"-Hakens sehr zufrieden. Beim Knethaken war der Teig ein klein wenig bröseliger, aber der Unterschied war gering. Mürbteig muss vor dem Verarbeiten sowieso noch mal kurz durchgeknetet werden.

Eine kleine Herausforderung habe ich der Chef Sense dann wieder mit dem veganen Topfenteig für die Topfenkringel gestellt. Obwohl mit 500 g Mehl die Höchstmenge von 680 g bei weitem nicht erreicht war, kam die Küchenmaschine mengenmäßig da etwas an ihre Grenzen. Viel mehr Teig wäre sich definitiv nicht ausgegangen. Damit der Teig auch wirklich sauber durchgeknetet wird, habe ich dann immer wieder mit dem mitgeliefertem Spatel nachgeholfen und die Zutaten von den Schüsselwänden entfernt, da der Haken die Masse immer weiter nach außen drückte. Da der "Topfen"teig aber eine relativ zäh-klebrige Angelegenheit ist, war damit zu rechnen, dass ich etwas nachhelfen musste.

video

In dem kurzen Video sieht man, dass der Teig in diesem Fall nicht perfekt geknetet wird. Hätte ich mit dem Spatel nicht nachgeholfen, wäre einiges an der Schüsselwand hängen geblieben. Aber mit Spatel ist es ein schön homogener Teig geworden.


Den Mixeraufsatz habe ich nicht so viel verwendet, da ich ja einen Vitamix habe.
Aber bei Kleinmengen fand die Kenwood dann doch einige Male Verwendung. Durch die Anordnung der Messer ist der Glasmixer viel besser für geringe Mengen geeignet als der Vitamix. Dank des Spatel-artigen Stößels kann auch einfach nachgeholfen werden, wenn etwas an der Wand kleben bleibt.
Für Suppen habe ich die Kenwood aber lieber nicht verwendet, da für mich hier die Höchstmenge von 1,2 l zu wenig ist. Da der Silikondeckel einfach nur draufgesteckt wird, sollte man die Menge hier auch wirklich nicht überschreiten... Außerdem kann das Loch im Deckel nur durch den Spatel verschlossen werden, den man dann draufdrückt.

Echt glücklich über den Mixeraufsatz war ich dann bei der Herstellung der Knoblauchpaste, die mein Freund Christian kiloweise gemacht hat. Die erste Tranche hat er mit dem Vitamix gemacht, der das natürlich problemlos erledigt hat, nur hat dadurch der Tritan-Behälter einen leichten Knoblauchgeruch angenommen, der erst nach mehrmaligen Reinigungsvorgängen wieder weg war. Deshalb habe ich ihn gebeten, das doch mal mit der Chef Sense zu probieren und das ging zunächst auch super. Bei der dritten Fuhr sprang dann der Überhitzungsschutz an. Wahrscheinlich waren die Pausen zwischen den Püriervorgängen einfach zu kurz und so wurde der Motor zu warm. Christian geht halt generell gerne an Grenzen. ;-)  Aber so hat er definitiv bewiesen, dass der Überhitzungsschutz reibungslos funktioniert.


In Summe hat mich die Chef Sense überzeugt, ganz besonders beim Germteig. Mit € 549,99 unverbindliche Preisempfehlung ist diese Küchenmaschine aber wie alle Kenwood kein Schnäppchen. Bedenkt man aber, dass hier deutlich weniger Plastik verbaut wird als bei Konkurrenz-Küchenmaschinen, rechtfertigt das den deutlich höheren Preis schon etwas.
Allerdings würde ich bei Neuanschaffung einer Kenwood-Küchenmaschine eher zu einer größeren raten. Wer sich so eine Küchenmaschine zulegt, bäckt wohl vergleichsweise oft und/oder viel und da ist es gut für größere Mengen eingestellt zu sein.


Die Chef Sense wurde mir von Kenwood unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde hiervon in keinster Weise beeinflusst.

Kommentare:

  1. Du hast sie auf Herz und Nieren getestet :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Musste ja die Gelegenheit die neue Kenwood zu testen voll ausnutzen :-)

      Löschen